Wirtschaftskurier 6/09

Von Garmisch-Partenkirchen bis zum Mount Everest

German Economic Forum 2009 | Netzwerk für Innovationen

Expedition – Innovation: Auf der Suche nach Erfindern und Realisierern.“ Das war das Motto des zweiten German Economic Forums (GEF), das Ende April 2009 in Garmisch-Partenkirchen stattfand. Das Forum war als ambitionierte zweitägige Reise in Etappen angelegt, bei der sich renommierte Unternehmer und Wissenschaftler, Kreative und Pioniere gemeinsam auf die Suche nach neuen Chancen, Möglichkeiten sowie Lösungen begaben.

Eine Expedition ins Ungewisse? Nein, die namhaften Referenten als „Expeditionsleiter“ gewährten den Teilnehmern Einblicke in die Branchenexpertise, schilderten ihren innovativen Erfolgsweg und skizzierten Perspektiven zur Wirtschaftslage. Sie führten die Besucher mit spannenden Vorträgen, interaktiven Workshops sowie offen gestalteten Diskussions- und Netzwerkplattformen auf eine Entdeckungsreise.

Rapp
GEF-Gründer Dr. Reinhold Rapp weiß, dass in Krisenzeiten bedeutende Innovationen entstehen können. Foto: GEF

Das German Economic Forum fördert die Vernetzung und den Austausch zwischen Forschung, Wirtschaft und Politik. So wie sein Vorbild und Unterstützer, das Swiss Economic Forum, entwickelt sich das GEF zur führenden Veranstaltung für Unternehmertum und Innovation in Deutschland. Ziel ist es unter anderem, die Bedeutung des Unternehmertums in der Gesellschaft zu betonen sowie für eine verstärkte Gründungsbereitschaft und unternehmerische Initiative zu werben. Erfolgreiche deutsche Unternehmen sowie außergewöhnliche Persönlichkeiten präsentieren auf dem Forum ihren Weg wie auch ihre Visionen und entwickeln damit gemeinsam Perspektiven für den Standort Deutschland. Als unabhängige und nichtkommerzielle Veranstaltung hat sich das GEF die Ziele gesetzt, zukunftsorientierte Unternehmen zu vernetzen, interessante Neugründungen zu unterstützen und sich für den deutschen Mittelstand zu engagieren.

Die verschiedenen Rubriken, in die das GEF gegliedert war, wie beispielsweise „Unternehmen live!“, „Trends & Perspektiven“ oder „Gründergeschichten“, haben den Kongress zu einer abwechslungsreichen und spannenden Veranstaltung gemacht. So berichtete etwa der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr. Hans- Jörg Bullinger über die Erfolgsfaktoren von Innovationen, der geschäftsführende Gesellschafter der Schüco International KG, Dirk U. Hindrichs, skizzierte die Energieeinspar- Potenziale mit innovativer Gebäudetechnik, Dr. Rainer Seele, Vorstandsmitglied der Wintershall Holding AG, verdeutlichte die Perspektiven und Potenziale fossiler Energieträger und Helga Hengge erzählte mithilfe eindrucksvoller Bilder von der Expedition zum Mount Everest, den sie als erste Deutsche bezwungen hat.

Das zweite German Economic Forum beschäftigte sich intensiv mit der Bedeutung von Innovationen. Der Gründer des GEF, Dr. Reinhold Rapp, bekräftigte, dass die bedeutendsten Neuerungen in Krisenzeiten entstehen würden. Gerade in unsicheren Zeiten können Unternehmen mit neuen Produkten, Lösungen sowie Dienstleistungen die geänderten Umfeldbedingungen erfolgreich meistern. Gute Ideen gab es schon immer in Deutschland, nur in der Umsetzungsfähigkeit fehlte es teilweise an Entschlossenheit. Um innovative Produkte und Dienstleistungen zu realisieren sowie zukunftsorientierte Geschäftsmodelle zu konzipieren, sind Mut, Durchhaltevermögen und Unterstützung unerlässliche Erfolgsfaktoren. Ziel ist die Verwandlung einer Idee, die nach erfolgreichem Markteintritt ökonomisch verwertet werden kann. Eine Erfindung allein reicht dabei nicht aus, es kommt auf die Realisation der Idee an. Das vorhandene Ideenpotenzial, das teilweise noch in Schubladen schlummert, gilt es zu nutzen und umzuformulieren. Auch die Kombination bereits bestehender Produkte, die mit neuen Dienstleistungen und Geschäftsmodellen ergänzt werden, sind anzustrebende Innovationen. Kooperationen in Netzwerken sowie die Einbindung des Kunden sind zusätzliche Faktoren, die die Erfolgswahrscheinlichkeiten erhöhen.

Das zweite German Economic Forum hat viele interessante Ansätze zur Innovationsgenerierung und damit auch zur Wirtschaftsentwicklung in Deutschland hervorgebracht. Die „Expedition“ ist geglückt und hat an den Erfolg des letzten Jahres angeknüpft. Die Atmosphäre war locker, der Gedankenaustausch lebendig und die Inhalte spannend, aber auch ungewöhnlich – alles in allem ein kreatives Netzwerktreffen unter „Freunden“ im Rahmen einer exklusiven Veranstaltung. pht


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